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Leserbrief zum
Artikel „SPD gibt Widerstand auf“ Erdinger Anzeiger vom 14.05.2008
Dass die Erdinger
SPD-Stadtratsfraktion von ihrer Auffassung, dass der künftige S-Bahn-Bahnhof
in Siglfing die bessere Lösung für Erding sei, abgerückt ist, stimmt nicht.
Es kann schon
deshalb nicht stimmen, weil die Fraktion nicht aus eigenem Gutdünken entscheidet
sondern weil sie an die Beschlüsse des SPD Ortsvereins gebunden ist.
Die Erdinger SPD
ist nach wie vor davon überzeugt, dass ein Verknüpfungsbahnhof mit Standort
Siglfing, der die Regionalbahn und die S-Bahn verbindet und der nur dadurch
mögliche Erhalt des bisherigen Bahnhofes „Erding“, die tragfähigere Basis für
eine optimale Entwicklung unserer Stadt bietet.
Aber so einfach
ist es nun einmal nicht. Bisher ist es uns nicht gelungen für unsere
Auffassung Mehrheiten im Stadtrat von Erding zu gewinnen.
Verantwortungsvolle
Politik muss aber auch dann gemacht werden, wenn man in der Sache selbst
nicht überzeugen konnte. Wir können, wir dürfen und wir wollen uns nicht dem
Vorwurf aussetzen, wir würden dem S-Bahn-Ringschluss schaden. Letztendlich
wird nicht der Stadtrat von Erding entscheiden wo der neue S-Bahnhof steht,
sondern das bayerische Wirtschaftsministerium. Dort gilt es Überzeugungsarbeit
zu leisten. Das überschnelle Einknicken vor der Planungsgewalt des Ministeriums
hat die Chancen für den Erhalt des jetzigen Bahnhofes deutlich verschlechtert,
obwohl eigentlich allen anderen Fraktionen im Stadtrat auch klar sein müsste:
Die Aufgabe des
jetzigen S-Bahnhofes „Erding“ schadet der Stadt Erding und der weiteren
Entwicklung ihres Zentrums. Die Erdinger Bürgerinnen und Bürger sehen dies
übrigens in überwiegender Mehrheit genauso.
Der Standort auf
dem Gelände des Fliegerhorstes ist keine zukunftsweisende Entscheidung, denn
damit wird der künftigen Entwicklung Erdings nicht ausreichend Rechnung
getragen. Man baut Bahnhöfe nicht für zehn oder zwanzig Jahre sondern für
vielleicht hundert Jahre und mehr. Unser Konzept ist wesentlich
zukunftsfester.
Der von uns
favorisierte Standort Siglfing bietet große Vorteile gegenüber der jetzigen
Planung. Unsere Lösung, auf der bereits raumgeordneten Trasse, kommt ohne einen
teueren Stockbahnhof aus. Die Parkplatzprobleme sind einfacher zu lösen. Der
Anschluss an die wichtige Nordumfahrung ist problemlos zu realisieren. Der
aus den östlichen, westlichen und nördlichen Richtungen kommende
Individualverkehr (Zubringerverkehr) wird um Erding herum geleitet, wodurch
eine wesentliche Verkehrsentlastung der Anton-Bruckner-, Dorfener- und Alte Römer-
Straße resultiert.
Durch den
Verknüpfungsbahnhof Standort Siglfing erhalten auch die Bürgerinnen und
Bürger im Westen unserer Stadt eine naheliegende und somit sehr attraktive
Bahnanschließung.
Schon einmal hat
eine kleinkarierte Eisenbahn-Entscheidung der Stadt Erding in ihrer
Entwicklung geschadet, Erding ist leider auf dem besten Wege die gleichen Fehler
wieder zu begehen.
Deshalb: Wir
wollen Schaden von der Stadt Erding und ihrer künftigen Entwicklung abwenden.
Wenn es uns nicht gelingen sollte, die bessere Lösung (Verknüpfungsbahnhof
Siglfing) zu erreichen, dann wenigstens eine Lösung die ver- und erträglich
ist für die Menschen in der Stadt und in der Region.
Nur aus diesem
Grund erfolgte in der Planungs- und Umweltausschusssitzung am 13.05.2008 die
Zustimmung der SPD zum Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan
„Kreuzungsbahnhof“ auf dem Gelände des Fliegerhortes.
Abschließend:
Keine andere Partei oder Bündnis kann uns unsere Meinung „abkaufen“. Übrigens
auch dann nicht, wenn wir für unsere Wählerinnen und Wähler die Möglichkeiten
nutzen, die von uns erwartet werden. Unsere Wählerinnen und Wähler haben uns
nicht deshalb gewählt weil wir nette Menschen sind, sondern weil wir Politik
für sie und für die Bürgerinnen und Bürger Erdings machen sollen. Das werden
wir auch tun, jetzt und in der Zukunft.
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