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Erklärung der SPD-Stadtratsfraktion zum S-Bahnhof in der Stadtratssitzung vom 29.05.08

 

Die SPD-Stadtratsfraktion ist nach wie vor der Auffassung, dass die Entscheidung den S-Bahnhof Erding zugunsten einer Lösung für den neuen Bahnhof auf dem Gelände des Fliegerhorstes Erding aufzugeben falsch war.

 

Das überschnelle Einknicken vor der Planungsgewalt des Ministeriums hat die Chancen für den Erhalt des jetzigen Bahnhofes deutlich verschlechtert, ja vielleicht schon zunichte gemacht.

Das belegt auch die Antwort aus dem Protokoll der PUA-Sitzung vom 13. Mai von Herrn 1. Bürgermeister Gotz auf die Frage von Stadtrat Marschall ob die Position des neuen Bahnhofs an dieser Stelle fest steht oder noch beeinflussbar ist, durch den Hinweis auf eine Aussage des Wirtschaftsministeriums, dass ein Halt der Regionalbahn nur an dieser Stelle verwirklicht werden könne.

Eigentlich müsste aber auch den anderen Fraktionen klar sein:

 

Die Aufgabe des jetzigen S-Bahnhofes „Erding“ schadet der Stadt Erding und der weiteren Entwicklung ihres Zentrums. Die Erdinger Bürgerinnen und Bürger sehen dies übrigens in überwiegender Mehrheit genauso.

Der Standort auf dem Gelände des Fliegerhorstes ist keine zukunftsweisende Entscheidung, denn damit wird der künftigen Entwicklung Erdings nicht ausreichend Rechnung getragen. Man baut Bahnhöfe nicht für zehn oder zwanzig Jahre sondern für vielleicht hundert Jahre und mehr.

 

Die SPD-Fraktion begrüßt die Erklärung von Herrn Bürgermeister Gotz, dass wichtigster Punkt bei der Planung die unterirdische Führung der S-Bahn sei und dass eine offene Trogführung durch das Stadtgebiet nicht hinnehmbar ist. Diese Auffassung gilt für uns unabhängig vom S-Bahnhof- Standort.

 

Natürlich hat die Stadt Erding die Planungshoheit als Belang im Planfeststellungsverfahren. Aber leider geht es hier nach dem Motto „Friss Hund oder stirb“ darum, dass wir zwar planen können und zähneknirschend wohl auch müssen, denn das bayerische Wirtschaftsministerium hat den Standort entschieden und der Stadtrat hat im Jahr 2003 gegen die Stimmen der SPD dem auch so zugestimmt.

 

Da aber im Zuge der Vorbereitung zum Planfeststellungsverfahren (so Frau Gmach vom Wirtschaftsministerium) als alternativer Planungsansatz auch planerisch aufgezeigt werden soll den jetzigen Bahnhof zu erhalten, werden wir rechtzeitig dazu einen Antrag einbringen, mit dem Ziel, den jetzigen S-Bahnhof zu erhalten und den S-Bahn-Ringschluss und die Anbindung an die Regionalbahn mit einer alternativen Lösung zu realisieren.

 

Wenn ein Teil der SPD-Stadtratsfraktion heute den Beschlüssen zur 3. Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 193 I nicht zustimmen wird, dann ist dies nicht als Kritik an der erarbeiteten und im PUA vorgestellten Planung zu verstehen, sondern als Kritik an der Aufgabe des jetzigen Bahnhofes und der falschen Standortwahl für den neuen Bahnhof.

 

 

 

 

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